Groß- und Kleinschreibung von Verben (Zeitwörter)

Verben werden in der Regel kleingeschrieben.
Wird der Infinitiv (die Nennform) des Verbs aber wie ein Nomen gebraucht, dann schreibt man ihn groß.

Der Infinitiv des Verbs wird zu einem Nomen, wenn

  1. ein Artikel oder ein “versteckter Artikel” (eine Verbindung von Vorwort und Artikel) vor ihm steht.
    • Als “versteckte Artikel” gelten:
      zum (=zu dem), beim (= bei dem), vom (= von dem), am (= an dem), im (= in dem), ans (= an das), ins (=in das) usw.
  2. ein Artikel hinzugefügt werden kann.
    Beispiel: Erst seit Kurzem sind (das) Lesen und (das) Tanzen seine liebsten Beschäftigungen in der Freizeit.
  3. Ein Pronomen (Fürwort) oder ein Adjektiv (Eigenschaftswort) zu ihm gehören.
    Beispiele: unser Lachen, schnelles Laufen

Verben können in Verbindung mit anderen Wörtern als Ganzes zu einem Nomen gemacht werden.
Man schreibt sie dann groß und zusammen.
Beispiel:
das Fensterputzen, zum Autofahren

Das Buch zum Thema:

->Mehr zu Groß- und Kleinschreibung von Verben gibt es in unseren Lernhilfen “Kompetent Aufsteigen”


Beistrichregeln, Beistrichsetzung | Kommaregeln, Kommasetzung – Erklärung und Beispiele

Kommasetzung – kurz gefasst!


Der Beistrich bei Aufzählungen

Bei Aufzählungen wird ein Komma gesetzt.
Achtung: Sind die Aufzählungen mit “und”, “oder”, “sowie” verbunden, wird kein Komma gesetzt.

Beispiel:
Aschenbrödel musste früh am Morgen aufstehen, Wasser schleppen, Feuer machen, kochen und waschen.
Die Stiefmutter nahm Aschenbrödel seine schönen Kleider weg, zog ihm einen grauen Kittel an und gab ihm hölzerne Schuhe.

Beistrich zwischen zwei Hauptsätzen

Zwischen zwei Hauptsätzen steht ein Komma. Hauptsätze können unverbunden nebeneinander stehen oder auch durch ein Bindewort miteinander verbunden sein. (Nennt sich Hauptsatz-Reihe)

Beispiel:
Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum, die Katze und der Hahn machten es sich in dessen Ästen bequem. (1-Hauptsatz, 2-Hauptsatz)

Ausnahmen: Werden zwei vollständige Hauptsätze mit “und” bzw. “oder” verbunden, so ist ein Beistrich dazwischen kein Muss, kann aber gesetzt werden.

Beistrich zwischen Hauptsatz und untergeordnetem Satz

Zwischen einem Hauptsatz und einem untergeordneten Satz steht immer ein Komma.
Sie bilden ein so genanntes Satzgefüge. Der untergeordnete Satz kann auch vor dem Hauptsatz stehen, oder im Hauptsatz eingeschoben sein.

Beispiele:
Da ihre Schwester immer staubig und schmutzig war, nannten sie sie Aschenputtel. (1-Gliedsatz, 2-Hauptsatz)
Sie nannten ihre Stiefschwester Aschenputtel, weil sie immer so staubig und schmutzig war. (1-Hauptsatz, 2-Gliedsatz)

Mehr Beispiele und Erklärungen im Fach Deutsch/2.Klasse AHS findest Du in unseren Lernhilfe-Reihen:


Die G&G-Lernhilfe-Reihen helfen, die jeweilige Schulstufe souverän abzuschließen.


Da sie alle lehrbuchunabhängig, aber trotzdem dem Lehrplan entsprechend geschrieben sind, kann man sie für das Üben zu Hause, im Unterricht, in der Nachmittagsbetreuung, mit einer Nachhilfe oder zum Üben mit SchulkollegInnen verwenden.

Hauptsatz, Gliedsatz und Attributsatz – Erklärung mit Beispiel

Hauptsatz, Gliedsatz und Attributsatz

Diese Beispiele stammen aus dem Buch „Kompetent Aufsteigen Deutsch – 4 Grammatik“ Klicken Sie hier um direkt zum Buch zu gelangen.
Hier geht’s zur gesamten Reihe Aufsteigen in Deutsch

 

Hauptsatz, Gliedsatz und Attributsatz

Der Hauptsatz (HS) kann allein stehen.
Im Hauptsatz (=Aussagesatz) steht das Prädikat (Personalform) an 2. Stelle.
Ein Hauptsatz besteht mindestens aus Subjekt und Prädikat.

Hauptsatz - Gliedsatz - Attributsatz

Der Gliedsatz (GS) kann nicht allein stehen. Er ist einem Hauptsatz untergeordnet.
Der Gliedsatz wird mit einem Einleitewort an den übergeordneten Hauptsatz gebunden.
Die Personalform steht im Gliedsatz an letzter Stelle.
Der Gliedsatz beginnt mit einem Einleitewort und endet mit der Personalform des Prädikats (=Gliedsatzklammer).

Gliedsatz

Der Attributsatz (AS) ist ebenfalls ein untergordneter Satz.
Er ist eine Beifügung in Form eines ganzen Satzes zu einem Satzglied (=Nomen, Pronomen) des übergeordneten Satzes (Hauptsatz).
Nach einem Attributsatz fragst du mit “Was für ein?”, “Welches?”.
Der Attributsatz wird mit einem Relativpronomen (der, die, das, welcher, welche, welches) eingeleitet, das im richtigen Fall gebeugt werden muss.
Manchmal steht eine Präposition (Vorwort) vor dem Relativpronomen.

Attributsatz

Die G&G-Lernhilfe-Reihen helfen ihrem Kind, die jeweilige Schulstufe souverän abzuschließen.
Da sie alle lehrbuchunabhängig, aber trotzdem dem österreichischen Lehrplan entsprechend geschrieben sind, kann man sie für das Üben zu Hause, im Unterricht, in der Nachmittagsbetreuung, mit einer Nachhilfe oder zum Üben mit SchulkollegInnen verwenden.


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Legasthenie

Legasthenie

LegasthenieLegasthenie bzw. Lese-Rechtschreib-Schwäche ist eine eindeutige Beeinträchtigung beim Erlernen der Lese-Rechtschreibfertigkeit. Sie tritt unabhängig von der Intelligenz in allen sozialen Schichten auf.
Häufig ist ein Defizit im Bereich der phonologischen Verarbeitung die Ursache dieser spezifischen Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb.

D. h. den betroffenen Schülern fehlt die Einsicht, dass Laute Bestandteile von Wörtern sind. Sie verstehen nicht, dass Laute durch Buchstaben und –folgen verschriftlicht werden.

Wie können Lehrer legasthene Schüler erkennen?

 

a) Bereits nach der Erarbeitung einiger Buchstaben fallen einzelne Schüler auf, die Buchstaben und Laute nicht richtig zuordnen können.

b) Betroffene Kinder können keine Anlaute hören, keine passenden Reimwörter finden, …

c) Legasthene Schüler lesen und schreiben sehr langsam. Sie schaffen meist nicht einmal die Hälfte der Aufgaben in der vorgegebenen Zeit.

d) Lese-rechtschreibschwache Kinder schreiben am Ende der ersten Schulstufe noch nicht lauttreu.

Generell entwickeln sich betroffene Schüler in ihrer Lese-Rechtschreibfertigkeit kaum bzw. nur sehr langsam weiter.Das heißt, die Kluft zwischen den Anforderungen der jeweiligen Schulstufe und den möglichen Leistungen des Kindes wird immer größer.

Fällt ein Kind durch Schwierigkeiten im Lesen und/oder Rechtschreiben auf, sollte es einem Fachmann (SonderpädagogIn, SchulpsychologIn, …) vorgestellt werden. Dieser kann die Ursachen für die Probleme des Kindes orten und ein individuelles Trainings-programm erstellen.

Wie können Lehrer legasthene Schüler fördern?

Zur Förderung legasthener Kinder sind klar aufgebaute und gut strukturierte Materialien notwendig.
Das Lernen mit möglichst vielen Sinnen (hören, sehen, tasten, …) ist unumgänglich. Buchstaben bzw. Wörter am Boden abgehen, den Buchstaben mit dem Körper darstellen, Wörter mit magnetischen Buchstaben legen, … sind wichtige Elemente beim Erfassen der Buchstabe-Laut-Beziehung.
Weitere wichtige Komponenten sind Vorsprechen – Nach-sprechen – Mitartikulieren. Auch Lausch-, Reim- und Lautspiele sind sehr wichtig. Bei den ersten Lese- und Schreibversuchen ist es für manche Kinder günstig nur Großbuchstaben zu verwenden. Der hohe Bekanntheitsgrad motiviert vor allem auch Schüler, die Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb haben.
Am Beginn sollen nur Vokale und dehnbare Konsonanten und ausschließlich Wörter ohne bezeichnete Vokalkürze bzw. Vokallänge (-h, ie, oo, ck, tz, mm, ss, …) verwendet werden.

Zu beachten ist, dass es kaum eindeutige Phonem-Graphem-Korrespondenzen gibt, da wir in der deutschen Sprache wesentlich mehr Phoneme als Grapheme haben und Phoneme an verschiedenen Positionen im Wort durch ihren Umgebungslaut anders klingen. Das Segmentieren in Silben spielt eine wichtige Rolle. Am Anfang Silben wie (am, ma, in, ni, so, os, …) bilden, erst später erweitern. Sowohl sinnhafte als auch sinnfreie Silben bzw. Wörter verwenden.

Auch DÜRRE bietet als eine Methode zur Verbesserung der Rechtschreibleistung rhythmisch-silbierendes Mitsprechen an. Die Schulpsychologin BUSCHMANN entwickelte diese Methode. Es geht dabei um die Koordination von Sprechen, Schreiben und Bewegen. Das Förderkonzept soll diagnosegeleitet, individualisiert, ganzheitlich und motivierend sein. Um Erfolge zu gewährleisten sollen alle Beteiligten (Kind, Eltern, Lehrer, …) möglichst gut zusammen-arbeiten. Das Üben mit legasthenen Kindern erfordert viel Geduld und Ausdauer. Die Schüler sind auf Erfolgserlebnisse und positive Verstärkung durch Lehrer und Eltern angewiesen. Hier ist es auch wichtig, vorhandene Stärken aufzuzeigen. Die betroffenen Kinder sollen kurz, aber regelmäßig üben (am besten fünfmal pro Woche, maximal 15 Minuten bei Schul-anfängern). Sie brauchen viel Lob und Ermutigung.

 

Wichtige Bausteine der Lese-Rechtschreib-Entwicklung

Der Lese-Rechtschreib-Prozess vollzieht sich entwicklungspsycho-logisch in aufeinanderfolgenden Stufen. Legasthene Kinder verharren oft sehr lange auf den unteren Ebenen und benötigen individuelle Unterstützung.

 

a) Buchstabe-Laut-Beziehung

Da sich bei diesen Kindern der Erwerb der Buchstabe-Laut-Beziehung nur langsam vollzieht, benötigen die Betroffenen mehr Zeit und ein spezifisches Training in diesem Bereich.

  • Laut sprechen – richtigen Buchstaben auflegen
  • Wörter sprechen – Kind horcht auf Anlaut und zeigt ihn
  • Bild zeigen – Kind spricht das Wort und sucht den Anlaut
  • Buchstaben ertasten (fühlen) – Laut sprechen
  • Buchstaben formen, abgehen, stempeln, … – Laut dazu sprechen

b) Lauttreue Schreibweise

Anschließend wird die lauttreue Schreibung von Wörtern trainiert (Wörter ohne – h, ie, ck, tt, …) Am Ende der 1. Schulstufe sollen alle Kinder lauttreu schreiben können.

  • Wörter in Silben sprechen und nach der Silbenzahl ordnen
  • Wörter nachspuren, in Sand, in verschiedenen Größen schreiben, …
  • Wörter im Setzkasten aufbauen
  • Wörter durch Tauschen eines Lautes verändern (z. B. Hase – Hose)

c) Rechtschreibregeln

Schließlich werden Rechtschreibregeln anhand von Beispielen geübt (z. B. ver-, au-äu, st, sp, -h, …).

  • Wörter zu einer Wortfamilie sammeln
  • Wortbausteine suchen (ver-, -nis, …)
  • Wörter nach Wortarten sortieren
  • Verlängern von Wörtern (Kind – Kinder, …)

d) Wortschreibungen einprägen

Letztlich prägen sich die Schüler Wortschreibungen ein.

  • Wortlisten: lesen – merken – zudecken – schreiben  – vergleichen
  • Rechtschreibkartei
  • Wörter lautieren, nachfahren, mit Buchstabenkarten auflegen und abgehen, …
  • Computerprogramme (z. B. GUT 1)

Die angeführten Beispiele stellen nur einen kleinen Auszug aus den praktischen Übungsformen dar.

Dipl. – Päd. Claudia Haider für Volksschulfit 06 – Das österreichische LehrerInnenjournal aus dem G&G Verlag

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